Geschrieben von Berger Bildungsinstitut

am 14. April 2026

GIS Weiterbildung 2026 – Dozent vom Berger Bildungsinstitut im Interview

GIS Weiterbildung wird 2026 für viele Branchen immer relevanter. Geoinformationssysteme kommen heute in Stadtplanung, Umweltmonitoring, Logistik, Energie, Immobilien und vielen weiteren Bereichen zum Einsatz.

Doch was genau ist GIS eigentlich, warum sind GIS-Fachkräfte so gefragt und welche Kompetenzen sind für Einsteiger heute wirklich wichtig? Genau darüber haben wir mit unserem Dozenten Benjamin Michel Läuchli gesprochen.

Im Interview gibt er praxisnahe Einblicke in die Welt der Geoinformationssysteme, erklärt aktuelle Entwicklungen und zeigt, warum sich eine GIS Weiterbildung gerade jetzt lohnt.


Inhalt
  1. Wie Benjamin Michel Läuchli zu GIS gekommen ist
  2. Wo GIS im Alltag genutzt wird
  3. Warum GIS-Fachkräfte so gefragt sind
  4. Was guten GIS-Unterricht ausmacht
  5. GIS, KI, Big Data und Trends 2026
  6. Was Einsteiger heute wissen sollten
  7. GIS Weiterbildung mit QGIS & ArcGIS Pro
  8. FAQ

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Wie Benjamin Michel Läuchli zu Geoinformationssystemen gekommen ist

Frage: Wie sind Sie zu Geoinformationssystemen (GIS) gekommen – Zufall oder Plan?

Antwort: Tatsächlich war es eine Mischung aus beidem. Ich komme ursprünglich aus einem geowissenschaftlichen Umfeld und bin während des Studiums erstmals mit GIS in Berührung gekommen. In den ersten Jahren meines Berufslebens war GIS vor allem ein Werkzeug zur räumlichen Darstellung – letztlich zur Erstellung fachbezogener Karten. Aber irgendwann hat es mich gepackt. Man merkt relativ schnell, dass GIS eigentlich eine andere Art ist, die Welt zu lesen.

Frage: Was fasziniert Sie an GIS bis heute – und warum?

Antwort: Mich begeistert diese Verbindung aus Daten und Raum, mit der sich eine Geschichte erzählen lässt. Wenn man Daten auf einer Karte sieht, tauchen plötzlich Muster auf, die in einer Tabelle völlig unsichtbar wären – und am Ende helfen diese Erkenntnisse bei echten Entscheidungen. Das hat etwas fast Detektivisches.

Frage: Was ist ein Geoinformationssystem (GIS) – kurz und einfach erklärt?

Antwort: Im Kern handelt es sich um ein System, mit dem man Daten mit geografischem Bezug erfassen, analysieren und auf Karten sichtbar machen kann. Dabei geht es um zwei wesentliche Fragen: Wo ist etwas passiert – und vor allem warum genau dort?


Wo GIS im Alltag genutzt wird – oft ohne dass wir es merken

Frage: Wo begegnen uns Geoinformationssysteme im Alltag, ohne dass wir es merken?

Antwort: Eigentlich überall. Navigations-Apps, Wetterkarten, die Route des Paketboten – all das läuft im Hintergrund über GIS. Aber auch bei Immobilienbewertungen, im Katastrophenschutz oder im Umweltmonitoring steckt GIS drin. Man merkt es nur meist nicht.

Frage: Welche typischen Aha-Momente erleben Teilnehmende beim Einstieg in GIS?

Antwort: Der klassische Moment ist, wenn Leute begreifen, dass GIS nicht einfach Karten „malen“ ist, sondern dass man damit wirklich analysieren kann: Warum tritt dieses Phänomen genau hier auf? Und dann der Moment, in dem sie ihr eigenes Projekt mit selbst recherchierten Daten zum ersten Mal räumlich sehen. Das hat schon etwas. Ich merke dann immer, wie vielen Teilnehmenden noch einmal ein Licht aufgeht.

Frage: Welche GIS-Kenntnisse werden aktuell am stärksten nachgefragt?

Antwort: Geodatenverarbeitung, räumliche Analysen und Datenmanagement. Das sind die Basics, die wirklich jeder braucht. Dazu kommen aber immer stärker Automatisierung und der Umgang mit großen Datensätzen. Der Markt hat sich da in den letzten Jahren deutlich verschoben.


Warum GIS-Fachkräfte so gefragt sind

Frage: Warum sind GIS-Fachkräfte aktuell so gefragt – und welche Rollen gibt es typischerweise?

Antwort: Weil datenbasierte Entscheidungen inzwischen Standard sind und Raumdaten dabei eine wichtige Rolle spielen, die lange unterschätzt wurde. Typische Rollen sind GIS-Analyst, Geodatenmanager oder Spatial Data Scientist. Aber auch Schnittstellenrollen zwischen Fachabteilungen und IT sind gerade sehr gefragt.

Frage: Welche Branchen profitieren heute am meisten von GIS?

Antwort: Die Liste ist tatsächlich lang. GIS ist tief verankert in Stadtplanung, Umwelt- und Naturschutz, Energie, Logistik und Immobilien. Typische Anwendungen sind Standortanalysen, Infrastrukturplanung, Risikomodelle oder Lieferkettenoptimierung.

Frage: Welche Rolle spielt GIS bei Klimawandel, Mobilität und Stadtplanung?

Antwort: Eine zentrale, würde ich sagen. Klimarisiken modellieren, Verkehrsflüsse verstehen, Städte nachhaltiger denken – all das geht ohne räumliche Daten kaum noch. GIS ist da längst kein Nice-to-have mehr, sondern essentiell.


Was guten GIS-Unterricht ausmacht – über Softwareklicks hinaus

Frage: Was macht guten GIS-Unterricht aus – über „Softwareklicks“ hinaus?

Antwort: Räumliches Denken. Das ist der Kern. Es geht nicht darum, wie man einen Button klickt, sondern warum – also welches Problem man gerade eigentlich löst. Praxisnahe Beispiele und echte Datensätze helfen dabei enorm.

Frage: Woran scheitern Einsteiger am häufigsten – und wie gehen Sie damit um?

Antwort: Oft an der Komplexität und daran, dass viele zu schnell zu Ergebnissen wollen. Die Ungeduld ist verständlich, aber sie rächt sich. Ich versuche deshalb, wirklich bei den Grundlagen anzufangen und diese sauber zu setzen, bevor wir weitergehen. Schritt für Schritt, auch wenn das manchmal bremst.

Frage: Welche Kompetenzen muss ein GIS-Dozent mitbringen?

Antwort: Technisches Know-how natürlich – aber das allein reicht nicht. Man muss komplexe Sachverhalte erklären können, ohne sie zu verfälschen. Und man braucht eigene Projekterfahrung. Wer nie mit echten Geodaten gearbeitet hat, das merkt man im Unterricht.


GIS, KI, Big Data und Trends 2026

Frage: Wie verändern Automatisierung, KI und Big Data die Arbeit mit Geodaten?

Antwort: Analysen werden schneller, skalierbarer und oft präziser. Viele Routineaufgaben fallen weg – dafür wird Interpretation wichtiger. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenkompetenz spürbar. Es reicht nicht mehr, ein Tool zu bedienen. Ein fundiertes Verständnis ist entscheidend.

Frage: Welche GIS-Trends sollte man 2026 im Blick haben?

Antwort: Cloud-basierte Lösungen, Echtzeitdaten, Python-Automatisierung, Machine-Learning-Integration. Und offene Daten – das wird oft unterschätzt, gewinnt aber deutlich an Relevanz.


Was Einsteiger in GIS heute wissen sollten

Frage: Was würden Sie Einsteigern heute anders empfehlen als noch vor fünf Jahren?

Antwort: Früher stand Softwarewissen stärker im Vordergrund. Heute sage ich klar: Investiert in Datenverständnis, in analytisches Denken und in Programmierung. Die Tools wechseln. Die Konzepte bleiben.

Frage: Welche Fähigkeit ist wichtiger als jedes Zertifikat?

Antwort: Räumlich denken zu können und Daten kritisch zu hinterfragen. Wer versteht, was hinter den Zahlen steckt, ist langfristig wertvoller als jemand, der nur die Software kennt. Das klingt banal, macht aber einen riesigen Unterschied.

Frage: Warum lohnt es sich gerade jetzt, GIS-Kompetenzen aufzubauen?

Antwort: Weil räumliche Daten in immer mehr Bereichen zur Grundlage von Entscheidungen werden. Wer GIS beherrscht, bewegt sich an einer wichtigen Schnittstelle zwischen Datenanalyse, Technologie und realer Anwendung. Diese Kombination ist gefragt – und das wird so bleiben.


GIS Weiterbildung mit QGIS & ArcGIS Pro

Wer Geoinformationssysteme professionell lernen oder vorhandene Kenntnisse ausbauen möchte, findet mit einer praxisnahen GIS Weiterbildung einen direkten Einstieg in ein stark wachsendes Berufsfeld. Besonders gefragt sind heute Fähigkeiten in Geodatenverarbeitung, räumlicher Analyse, Datenmanagement und der Arbeit mit modernen GIS-Tools.

Unsere Weiterbildung im Bereich GIS mit QGIS und ArcGIS Pro richtet sich an alle, die Geoinformationssysteme sicher anwenden und ihre beruflichen Chancen gezielt verbessern möchten.


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FAQ

Was ist ein Geoinformationssystem einfach erklärt?
→ Ein Geoinformationssystem ist eine Software, mit der geografische Daten erfasst, analysiert und auf Karten sichtbar gemacht werden.

Wo wird GIS im Alltag genutzt?
→ Zum Beispiel in Navigations-Apps, Wetterkarten, Logistik, Immobilienbewertungen, Umweltmonitoring und Stadtplanung.

Welche GIS-Kenntnisse sind aktuell gefragt?
→ Vor allem Geodatenverarbeitung, räumliche Analysen, Datenmanagement sowie Automatisierung und der Umgang mit großen Datensätzen.

Ist GIS ein Zukunftsberuf?
→ Ja, GIS-Kompetenzen werden in immer mehr Branchen benötigt und gewinnen 2026 weiter an Bedeutung.

Welche Software lernt man in einer GIS Weiterbildung?
→ Häufig kommen Werkzeuge wie QGIS und ArcGIS Pro zum Einsatz.

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