Was ist ein SAP-Anwender und was macht ein SAP-Berater?
Aufgaben, Unterschiede und welcher SAP-Karriereweg zu dir passt.
Wer sich mit SAP beschäftigt, stößt schnell auf zwei Begriffe: SAP-Anwender und SAP-Berater. Beide arbeiten mit SAP, ihre Aufgaben unterscheiden sich aber deutlich.
Ein SAP-Anwender nutzt das System im täglichen Arbeitsalltag – zum Beispiel in der Buchhaltung, im Einkauf, im Vertrieb, in der Logistik oder im Personalwesen. Ein SAP-Berater beschäftigt sich dagegen stärker damit, wie SAP in einem Unternehmen eingesetzt, eingerichtet und an Geschäftsprozesse angepasst wird.
Und eine wichtige Frage können wir direkt beantworten: Du musst nicht programmieren können, um mit SAP zu arbeiten. Weder der Einstieg als Anwender noch eine funktionale SAP-Beratung bedeutet automatisch, dass du selbst Software entwickeln musst.
Kurz erklärt: Der SAP-Anwender arbeitet mit dem System. Der SAP-Berater beschäftigt sich stärker damit, wie das System und die Geschäftsprozesse eingerichtet und optimiert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein SAP-Anwender?
- Was macht ein SAP-Berater?
- SAP-Anwender und SAP-Berater im Vergleich
- Video und Podcast: SAP im Job
- Muss ein SAP-Berater programmieren können?
- Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
- Welche Rolle passt zu dir?
- Kann ein SAP-Anwender später Berater werden?
- Welche SAP-Weiterbildung passt?
- Kann eine SAP-Weiterbildung gefördert werden?
- Häufige Fragen
Was ist ein SAP-Anwender?
Ein SAP-Anwender – häufig auch SAP User oder Business User genannt – nutzt SAP für seine täglichen beruflichen Aufgaben.
SAP ist dabei nicht der eigentliche Beruf. Vielmehr arbeitet die Person beispielsweise als Buchhalter, Einkäuferin, Controller, Personalsachbearbeiterin oder Vertriebsmitarbeiter und nutzt SAP als Werkzeug für die jeweiligen Geschäftsprozesse.
SAP selbst beschreibt Business User als Personen, die Anwendungen nutzen, um ihre geschäftlichen Aufgaben im System zu erledigen. Welche Funktionen zur Verfügung stehen, hängt von der jeweiligen Rolle und dem Unternehmensbereich ab.
Was macht ein SAP-Anwender im Arbeitsalltag?
Typische Aufgaben können beispielsweise sein:
- Rechnungen oder andere Geschäftsvorgänge buchen
- Bestellungen anlegen und bearbeiten
- Kunden-, Lieferanten- oder Materialdaten pflegen
- Aufträge bearbeiten
- Warenbewegungen dokumentieren
- Personal- oder Zeitdaten bearbeiten
- Berichte und Auswertungen abrufen
- Daten kontrollieren und Geschäftsprozesse im System verfolgen
Welche Aufgaben konkret anfallen, hängt stark vom SAP-Bereich ab. Ein SAP-FI-Anwender in der Buchhaltung arbeitet beispielsweise mit anderen Prozessen als ein SAP-MM-Anwender im Einkauf.
Einfacher Vergleich: Wenn SAP ein Auto wäre, wäre der Anwender die Person, die das Auto täglich fährt. Sie muss wissen, wie sie es sicher und effizient bedient – aber nicht, wie der Motor konstruiert wird.
Wo arbeiten SAP-Anwender?
SAP-Anwender findest du in vielen Fachabteilungen eines Unternehmens. Typische Beispiele sind:
| Unternehmensbereich | Typischer SAP-Bereich |
|---|---|
| Finanzbuchhaltung | FI – Financial Accounting |
| Controlling | CO – Management Accounting |
| Einkauf / Materialwirtschaft | MM – Materials Management |
| Vertrieb | SD – Sales and Distribution |
| Personalwesen | HCM – Human Capital Management |
Wenn du dich zunächst für die verschiedenen Fachbereiche interessierst, findest du in unserem Beitrag SAP Module einfach erklärt: FI, CO, MM, SD und HCM einen ausführlichen Überblick.
Was macht ein SAP-Berater?
Ein SAP-Berater – auch SAP Consultant genannt – beschäftigt sich stärker mit der Frage, wie SAP in einem Unternehmen eingesetzt werden soll.
Dazu muss ein Berater nicht nur das SAP-System verstehen, sondern auch die Geschäftsprozesse des Unternehmens. Die Aufgabe besteht häufig darin, Anforderungen aus einer Fachabteilung zu verstehen und diese sinnvoll im SAP-System abzubilden.
SAP nennt in seinen offiziellen Lerninhalten zu Implementierungsprojekten unter anderem das Aufnehmen von Anforderungen, die Konfiguration von Geschäftsprozessen, Datenmigration, Integration und das Testen konfigurierter Prozesse als typische Bestandteile einer SAP-Implementierung.
Typische Aufgaben eines SAP-Beraters
- Geschäftsprozesse analysieren
- Anforderungen aus Fachabteilungen aufnehmen
- bestehende Abläufe hinterfragen und optimieren
- SAP-Prozesse konfigurieren und anpassen
- Einführungs- und Veränderungsprojekte begleiten
- Tests vorbereiten und durchführen
- Datenmigrationen oder Integrationen begleiten
- Fehler und Prozessprobleme analysieren
- Anwender unterstützen oder schulen
- zwischen Fachabteilung, IT und weiteren Projektbeteiligten vermitteln
Der Auto-Vergleich: Der Anwender fährt das Auto. Der Berater beschäftigt sich stärker damit, wie das Fahrzeug für den jeweiligen Einsatzzweck ausgestattet und eingestellt werden muss.
SAP-Anwender und SAP-Berater: Was ist der Unterschied?
Der wichtigste Unterschied liegt also nicht darin, dass eine Rolle „mit SAP“ arbeitet und die andere nicht. Beide arbeiten mit SAP – aber auf unterschiedlichen Ebenen.
| SAP-Anwender | SAP-Berater |
|---|---|
| nutzt SAP im Tagesgeschäft | gestaltet und optimiert SAP-Prozesse |
| arbeitet häufig in einer Fachabteilung | arbeitet häufig in Projekten, Beratung oder interner SAP-Organisation |
| bucht, pflegt, bearbeitet und wertet aus | analysiert, konfiguriert, testet und verbessert |
| Fokus auf konkrete Arbeitsabläufe | Fokus auf Prozesse und deren Abbildung im System |
| tiefes Wissen über den eigenen Arbeitsbereich wichtig | Prozessverständnis, SAP-Wissen und Kommunikation besonders wichtig |
| Programmierung normalerweise nicht erforderlich | bei funktionaler Beratung ebenfalls nicht automatisch erforderlich |
Wichtig: In der Praxis sind die Grenzen nicht immer vollkommen starr. Erfahrene Anwender können beispielsweise als Key User zusätzliche Verantwortung übernehmen und stärker mit der IT oder SAP-Beratung zusammenarbeiten.
SAP im Job: Anwender oder Berater? Video und Podcast
Wenn du die Unterschiede lieber erklärt bekommst, kannst du dir unsere Folge „SAP im Job – Anwender oder Berater?“ direkt hier ansehen oder als Podcast anhören.
YouTube: SAP im Job – Anwender oder Berater?
Falls der Player nicht angezeigt wird: Video direkt auf YouTube ansehen.
Spotify-Podcast: SAP im Job – Anwender oder Berater?
Falls der Player nicht angezeigt wird: Folge direkt auf Spotify anhören.
Muss ein SAP-Anwender oder SAP-Berater programmieren können?
Für den klassischen Einstieg: nein.
SAP umfasst sehr unterschiedliche Rollen. Ein Anwender arbeitet hauptsächlich mit den vorhandenen Anwendungen, Eingabemasken und Geschäftsprozessen. Dafür muss er normalerweise keinen Programmcode schreiben.
Auch viele funktionale SAP-Berater sind keine Softwareentwickler. Ihre Stärke liegt darin, Geschäftsprozesse zu verstehen, Anforderungen zu analysieren und diese mit den Möglichkeiten von SAP zusammenzubringen.
Wann spielt Programmierung bei SAP eine Rolle?
Für technische Entwicklungen existieren eigene Rollen. Eine wichtige Programmiersprache im SAP-Umfeld ist ABAP. SAP bietet dafür eigene Lernpfade für Entwickler an.
Das bedeutet: SAP und Programmierung können zusammengehören – aber SAP-Kenntnisse sind nicht automatisch Programmierkenntnisse.
Für viele SAP-Jobs wichtiger als Programmieren: Fachwissen, Prozessverständnis, Genauigkeit, analytisches Denken und die Fähigkeit, betriebliche Abläufe zu verstehen.
Wie sieht ein Arbeitstag mit SAP aus?
Auch hier unterscheiden sich Anwender und Berater.
Beispiel: Arbeitstag eines SAP-Anwenders
Eine Mitarbeiterin im Einkauf könnte morgens offene Bestellungen kontrollieren, neue Bestellungen erfassen, Wareneingänge prüfen und später Auswertungen zu Lieferanten oder Beständen erstellen.
Ein Buchhalter arbeitet dagegen vielleicht mit offenen Posten, Rechnungen, Buchungen und Finanzauswertungen.
SAP ist in beiden Fällen das Werkzeug, mit dem der jeweilige Fachprozess bearbeitet wird.
Beispiel: Arbeitstag eines SAP-Beraters
Ein SAP-Berater könnte morgens mit einer Fachabteilung besprechen, warum ein bestimmter Ablauf nicht optimal funktioniert. Anschließend analysiert er den Prozess, prüft die Möglichkeiten im System und stimmt eine Lösung mit weiteren Projektbeteiligten ab.
Später können Konfiguration, Tests, Dokumentation, Abstimmungen oder die Unterstützung von Anwendern auf dem Plan stehen.
Der Arbeitsalltag besteht deshalb häufig aus einer Mischung aus Systemarbeit, Prozessverständnis, Kommunikation und Problemlösung.
SAP-Anwender oder SAP-Berater: Welche Rolle passt zu dir?
Es gibt keine pauschal bessere Rolle. Entscheidend ist, welche Art von Arbeit zu deinen Stärken, deiner bisherigen Berufserfahrung und deinen beruflichen Zielen passt.
| Wenn das zu dir passt … | … könnte diese Rolle interessant sein |
|---|---|
| Du möchtest SAP vor allem sicher in deinem Fachgebiet einsetzen. | SAP-Anwender |
| Du arbeitest gerne strukturiert mit Daten und festen Geschäftsprozessen. | SAP-Anwender |
| Du möchtest dein bisheriges Fachwissen um SAP-Kenntnisse ergänzen. | SAP-Anwender |
| Du analysierst gerne Probleme und suchst nach besseren Abläufen. | SAP-Berater |
| Du kommunizierst gerne mit verschiedenen Abteilungen. | SAP-Berater |
| Du möchtest Prozesse gestalten und nicht nur ausführen. | SAP-Berater |
Kann ein SAP-Anwender später SAP-Berater werden?
Grundsätzlich kann sich eine Karriere in diese Richtung entwickeln. Praktische Erfahrung als Anwender kann sogar eine wertvolle Grundlage sein, weil du die Geschäftsprozesse bereits aus dem Arbeitsalltag kennst.
Ein Beispiel: Wer viele Jahre in der Finanzbuchhaltung gearbeitet und SAP FI intensiv genutzt hat, bringt bereits Fachwissen über Buchhaltungsprozesse und praktische SAP-Erfahrung mit. Für den Schritt in die Beratung müssen dann zusätzliche Kenntnisse rund um Implementierung, Konfiguration, Prozessanalyse und Projektarbeit aufgebaut werden.
Der Weg muss aber nicht immer über eine vorherige Anwenderrolle führen. Welche Qualifizierung sinnvoll ist, hängt von deinem Vorwissen und dem konkreten SAP-Bereich ab.
Welche SAP-Weiterbildung passt zu Anwendern und Beratern?
Beim Berger Bildungsinstitut unterscheiden wir deshalb zwischen SAP-Anwenderkursen und SAP-Beraterkursen.
SAP-Anwenderkurse
Die Anwenderkurse richten sich an Personen, die SAP im beruflichen Alltag sicher bedienen und in einem bestimmten Fachbereich einsetzen möchten.
Typische Spezialisierungen sind beispielsweise FI, CO, MM, SD, HCM oder Produktionsplanung. Besonders sinnvoll kann dabei eine Spezialisierung sein, die zu deiner bisherigen Berufserfahrung passt.
SAP-Anwender werden
Lerne SAP für den praktischen Einsatz im Berufsalltag und spezialisiere dich auf einen Fachbereich, der zu deinem beruflichen Hintergrund passt.
SAP-Anwenderkurse ansehenSAP-Beraterkurse
Bei der Weiterbildung zum SAP-Berater geht es stärker um Beratung, Implementierung, Prozessverständnis und die professionelle Arbeit mit SAP-Lösungen.
Welche Beraterqualifizierung zu dir passt, hängt unter anderem davon ab, welche fachlichen Kenntnisse du bereits mitbringst und auf welchen SAP-Bereich du dich spezialisieren möchtest.
SAP-Berater werden
Informiere dich über unsere SAP-Beraterkurse und die verschiedenen Möglichkeiten für Fachkräfte und Quereinsteiger.
SAP-Beraterkurse ansehenDu hast noch keine SAP-Erfahrung?
Wenn SAP für dich komplett neu ist, kann zunächst ein Grundlagenkurs sinnvoll sein. Dabei lernst du die grundlegende Navigation, das SAP-System und zentrale Geschäftsprozesse kennen.
Mehr dazu findest du beim SAP User Foundation Level.
Noch unsicher? Auf unserer Übersichtsseite findest du sowohl SAP-Anwender- als auch SAP-Berater-Weiterbildungen.
Kann eine SAP-Weiterbildung mit Bildungsgutschein gefördert werden?
Wenn du arbeitslos, arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist, kann eine Förderung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich sein.
Ob eine SAP-Weiterbildung gefördert wird, hängt immer von deiner individuellen Situation ab. Im Beratungsgespräch wird unter anderem geprüft, ob die Qualifizierung für deine berufliche Eingliederung notwendig ist oder deine Beschäftigungschancen verbessert.
Weitere Informationen findest du auf unserer Seite zu den Fördermöglichkeiten für Arbeitsuchende.
Wichtig: Eine grundsätzlich förderfähige SAP-Weiterbildung bedeutet nicht automatisch, dass jede Person einen Bildungsgutschein erhält. Die Förderentscheidung erfolgt individuell.
SAP-Anwender oder Berater: Was ist der richtige nächste Schritt?
Wenn du bereits Berufserfahrung in einem Bereich wie Buchhaltung, Controlling, Einkauf, Vertrieb, Logistik oder Personalwesen hast, kann eine SAP-Anwenderqualifizierung ein naheliegender Einstieg sein.
Wenn du dagegen stärker an Prozessgestaltung, Beratung, Projekten und Problemlösung interessiert bist und bereits ein gutes fachliches Fundament besitzt, kann die Beraterrolle interessanter sein.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage „Was kann man mit SAP machen?“, sondern auch: Wie möchtest du mit SAP arbeiten?
Finde deinen passenden SAP-Karriereweg
Vergleiche unsere SAP-Anwender- und Beraterkurse oder lass dich beraten, welche Qualifizierung zu deinem bisherigen Beruf und deinen Zielen passt.
SAP-Kurse ansehen Beratung anfragenHäufige Fragen zu SAP-Anwendern und SAP-Beratern
Was ist ein SAP-Anwender?
Ein SAP-Anwender nutzt SAP im täglichen Arbeitsalltag. Je nach Fachbereich werden beispielsweise Rechnungen gebucht, Bestellungen angelegt, Daten gepflegt, Aufträge bearbeitet oder Auswertungen erstellt.
Was macht ein SAP-Berater?
Ein SAP-Berater analysiert Geschäftsprozesse und unterstützt Unternehmen dabei, diese mit SAP abzubilden und zu optimieren. Dazu können Konfiguration, Tests, Implementierung, Abstimmungen und Anwenderunterstützung gehören.
Was ist der Unterschied zwischen SAP-Anwender und SAP-Berater?
Der Anwender arbeitet hauptsächlich mit dem eingerichteten SAP-System und führt seine täglichen Fachaufgaben darin aus. Der Berater beschäftigt sich stärker mit der Gestaltung, Einrichtung und Optimierung von SAP-Prozessen.
Muss ein SAP-Anwender programmieren können?
Nein. SAP-Anwender arbeiten mit den vorhandenen Anwendungen und Geschäftsprozessen. Programmierkenntnisse sind für typische Anwenderaufgaben nicht erforderlich.
Muss ein SAP-Berater programmieren können?
Nicht grundsätzlich. Viele funktionale SAP-Berater konzentrieren sich auf Geschäftsprozesse, Beratung, Konfiguration und Implementierung. Für Programmierung und technische Entwicklungen gibt es eigene Rollen, beispielsweise im Bereich ABAP Development.
Kann ich ohne SAP-Erfahrung SAP-Anwender werden?
Ja. Ein Grundlagenkurs kann zunächst den Umgang mit SAP, Navigation und zentrale Geschäftsprozesse vermitteln. Besonders hilfreich ist es, wenn du bereits Fachwissen aus einem Unternehmensbereich wie Buchhaltung, Einkauf, Vertrieb oder Personal mitbringst.
Kann ein SAP-Anwender später SAP-Berater werden?
Das ist grundsätzlich möglich. Praktische Anwendererfahrung und Fachwissen können eine gute Grundlage sein. Für die Beraterrolle müssen zusätzliche Kenntnisse in Prozessanalyse, Konfiguration, Implementierung und Projektarbeit aufgebaut werden.
Welche SAP-Rolle passt zu mir?
Wenn du SAP vor allem in deinem bestehenden Fachgebiet einsetzen möchtest, kann die Anwenderrolle passend sein. Wenn du gerne Prozesse analysierst, Lösungen entwickelst, kommunizierst und Veränderungen gestaltest, kann die SAP-Beratung interessanter sein.
Weiterführende SAP-Kurse beim Berger Bildungsinstitut
- Alle SAP-Weiterbildungen
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